PROJEKTREPORTAGE

Ferienhaus an der Ostsee, Kappeln

Atelier Sunder-Plassmann

Foto: Simon Schmalhorst

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Schlafen zwischen Schafen

  • Text: Therese Mausbach
  • Fotos: Simon Schmalhorst

Etwa vierzig Kilometer südöstlich von Flensburg liegt Kappeln an der Schlei, einem Meeresarm der Ostsee. Die Schleswig-Holsteinische Kleinstadt ist in der Segelszene bekannt. Ihr Hafen ist der offenen See am nächsten. Fliegenfischer stehen am Kai des von Backsteinbauten geprägten Städtchens. Nicht weit davon sorgen Natur und Tierwelt entlang der Schleienge und den Küstenstränden der Ostsee für die richtige Prise Entspannung – sofern der Urlaubstourismus nicht überhandnimmt. Seit einigen Jahren wächst die Nachfrage nach Unterkünften in der Region, was das Landwirtspaar Luise und Andreas Sunder-Plassmann dazu bewog, ein Ferienhaus auf ihrem Grundstück zu errichten.

Auf der östlichen Seite der Schlei zwischen Kappeln und der kleinsten Stadt Deutschlands, Arnis, leben sie zusammen mit sechzig Schafen auf dem Hof Ahmen. Selbsthergestellter Bio-Rohmilchkäse stellt ihr Einkommen dar. In den Achtzigern entschied sich das Paar nach dem Studium in Architektur und Theologie für das Leben auf dem Bauernhof. Eines ihrer drei Kinder arbeitet inzwischen als Architekt. Für seine Eltern realisierte Malte Sunder-Plassmann dort, wo er aufwuchs oder genauer gesagt, dort bei den Ställen, wo einst ein alter Bauwagen zum Übernachten stand, sein erstes Projekt: das Ferienhaus Hof Ahmen. Es wurde 2023 vom DAM-Preis nominiert.

Am Ende des Wacholderwegs steht, flankiert von einer alten Rotbuche und weiterem gewachsenen Baumbestand, das reetgedeckte Gutshaus. An den Bau schließen in östlicher Richtung fünf Scheunen an. Die ergrauten Bretterverschläge dienen den Schafen und einem rostbefleckten Traktor als teils offene Unterstände. „Der fährt noch“, erklärt Malte Sunder-Plassmann, und dass sie an für die Region typische Drempelscheunen erinnern. Das sind Holzhütten, deren Dachsparren auf nach innen versetzten Balken aufliegen. Die fünfte Drempelscheune beherbergt jedoch keine Schafe und auch keine landwirtschaftlichen Gerätschaften. Sie hebt sich in eleganter Glasverkleidung von der rustikalen Umgebung ab. Seit nun schon fast zwei Jahren wohnen hier die Feriengäste der Sunder- Plassmanns.

Wir feilten an unzähligen Grundvarianten, bis die richtige Lösung vorlag. Inzwischen würden wir für die gleiche Bauaufgabe ein Drittel der Zeit benötigen.

-Malte Sunder-Plassmann

Umbau einfacher als Neubau
Da das Baugesetz Neubauten im Außenbereich nicht so einfach zulässt, bot der Umbau der ungenutzten Scheune zum Ferienhaus ein Schlupfloch im Regelwerk. Dementsprechend waren – neben dem begrenzten Budget von 100.000 Euro – die Fläche von 40 Quadratmetern sowie die Dachproportion vorgegeben. Malte Sunder-Plassmann feilte an vielen Varianten, bis sich der Raum komplett der Landschaft öffnete und die Wesenszüge des Hauses sich mit denen des Ortes verbanden. Das Satteldach liegt auf den im Ringfundament verankerten Stahlstützen auf. Glaswände, deren Spannungen durch Silikonfugen ausgeglichen werden, bilden drei komplette Fassadenseiten des aufgeständerten Ferienhauses. Auch die Schiebetür ist im großzügigen Format von 2,4 x 3,4 Metern verglast. Vor dem Eingang im Osten liegt eine Terrasse, die die Wohnfläche um etwa ein Drittel erweitert. Von hier aus lässt sich der Sonnaufgang genießen und vielleicht auch die Arbeit der Maulwürfe beobachten, deren Hügel die Schafsweiden übersäen. Schmale Holzstäbe reihen sich aneinander, bilden das Terrassenplateau und verschränken sich gestalterisch mit einem freistehenden Holzmöbel im Innenraum. Es ist, zentral platziert und mit aneinandergereihten Lamellen aus massiver Birke verkleidet. Einige dieser Lamellen sind zugleich Griffe für im Einbau verborgene Küchenschränke. Ihnen gegenüber, neben dem Eingang, bietet sich vom Küchenblock aus Edelstahl eine freie Sicht auf die Weidelandschaft. Der Einbau, ein Design von Tobias Grothues, trennt im 4,1 Meter hohen Raum Wohn- und Essbereich voneinander. Auf seiner Rückseite liegt ein Dusch- und Waschbereich, der trotz der transparenten Gebäudehülle von außen nicht einsehbar ist. Ein geschlossener Kubus in Holzständerkonstruktion ist auf der Ostseite in den glasverkleideten Baukörper eingeschoben. Darin befinden sich zwei Schlafkabinen, zwischen denen ein kleiner Toilettenraum liegt. Verschiebbare Wände können die Schlafplätze vom Hauptraum separieren, werden von den Urlaubern aber kaum genutzt.

Schmuckstück in rustikaler Lage
Das Ferienhaus ist durchweg ausgebucht und national wie international unter Kreativschaffenden gefragt, darunter Architektinnen, Theaterregisseure, Designerinnen. Es gibt Ähnlichkeiten zu bekannten Referenzen der Architekturmoderne, aus denen sich die besondere Buchungslage vielleicht auch begründen ließe. Das filigran wirkende, feine Projekt verlangt den Bewohnern eine unprätentiöse Haltung ab. Auf kleiner Fläche bietet es vier Personen Platz, die in ihrem Kurzurlaub einem Bauernhof nah sein wollen. Auf der Wiese, mit festem Schuhwerk, neben den Schafen, in der Natur, besinnt man sich schnell auf das Wesentliche. Wem zu warm ist, der öffnet Fenster und Türen, wem es zu hell ist, zieht die Vorhänge zu, wem es zu eng ist, geht raus. Das Innere ist einfach nach außen gekehrt und das Draußen kann drinnen, im Ferienhaus Hof Ahmen, gespürt werden. Am Tag der Besichtigung ist das erste Lamm in diesem Jahr geboren worden. Aus dem Gebäude heraus zu schauen, war für die Kinder wie für die Eltern ein großes Erlebnis in ihrem Urlaub.

Minimaler Raum, maximales Wohlbefinden

Sich auf das Nötigste zu beschränken, ohne auf das Wesentliche zu verzichten – das gilt auch für die Bäder in Tiny Houses. Dabei sind Komfort und Design ebenso wichtig, wie der Wunsch nach Nachhaltigkeit.

Egal ob als ständige Wohnung oder auf Reisen, die Entscheidung für ein Minimalhaus steht symbolisch für einen bestimmten Lebensstil. Einen Lebensstil, der sich auf das Wesentliche konzentriert, der auf Überflüssiges verzichtet und damit für mehr Nachhaltigkeit steht. Eine besondere Bedeutung haben hierbei die Bäder als wichtige Funktionsbereiche. Waschtisch, Dusche und WC müssen als essenzielle Elemente bestmöglich in den kleinen Grundriss integriert werden. Gleichzeitig soll das Bad aber auch in Mini-Wohnformen ein Ort zum Wohlfühlen und Entspannen bleiben.

Um das zu erreichen, ist eine clevere Planung gefragt. Eine großzügige und gleichzeitig wohnliche Optik lässt sich beispielsweise durch den Einsatz von hellen Farben und großflächigen Spiegeln erzielen. Verstärkt wird diese Wirkung durch hängende Schrankelemente und einen durchgängigen Fußboden – im Gegensatz zu kleinformatigen Fliesen. Deckenspots und in den Boden eingelassene Lichtbänder sorgen für ausreichende Helligkeit, auch wenn kein Tageslicht vorhanden ist.

Wenn es um die Sanitärausstattung für Minimalkonzepte geht, überzeugen GROHE Produkte gleich dreifach. Nämlich in Sachen Design, Komfort und Nachhaltigkeit. So sind Sanitärelemente wie beispielsweise Armaturen der Linie Essence oder Duschsysteme wie Euphoria nicht nur optische Highlights in kleinen Bädern. Sie lassen sich mit ihren verschiedenen Ausführungen auch individuell an die Anforderungen des Objekts anpassen.

So bieten beispielsweise Armaturen mit hohem Auslauf Nutzern viel Bewegungsfreiheit und Duschsysteme mit großen Kopfbrausen ein angenehmes Duscherlebnis – und das alles auch auf kleinstem Raum. Gleichzeitig unterstützt GROHE mit verschiedenen Wasser- und Energiespartechnologien dabei, wertvolle Ressourcen zu schonen und steigert mit seinen langlebigen Produkten zusätzlich die Nachhaltigkeit. Das gilt nicht nur im Bad, sondern auch in der Küche, für die GROHE ebenfalls ein breites Sortiment an Armaturen, Wassersystemen und Spülen im Programm hat.


Cover
Waschtischarmatur Allure

Im Ferienhaus Hof Ahmen
Waschtischarmatur Essence
Duschsystem Euphoria

Architekten

Atelier sunder-Plassmann

ateliersunderplassmann.com

atelier sunder-plassmann, Weisestraße 22, 12049 Berlin

Atelier Sunder-Plassmann ist ein junges Architekturbüro mit Sitz in Berlin und Kappeln, das durch den nordischen Hintergrund seines Gründers Malte Sunder-Plassmann geprägt ist. Nach seinem Master of Arts an der UdK in Berlin sammelte Malte Sunder-Plassmann erste Berufserfahrungen bei Sou Fujimoto Architects in Tokio, Studio Barozzi Veiga in Barcelona, Nieto Sobejano Arquitectos in Berlin und durch die Zusammenarbeit mit dem Architekten Alfred Sunder- Plassmann. Im Jahr 2022 gründete er sein eigenes Büro.

Projekte (Auswahl)

2022 Ausstellungspavillon „aichermagazin“, Isny

2021 Ferienhaus Hof Ahmen, Kappeln

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