- Autor: Boris Schade-Bünsow, Chefredakteur Bauwelt
Bauen ist der Versuch der Quadratur des Kreises. Abgesehen von den nicht zu verein – barenden Geometrien, ist der Prozess des Bauens auf Seiten der Planenden sachlich und rational geprägt. Auf Seiten der Bauherren spielen Emotionen oft eine besondere Rolle. Dies trifft auf jeden Fall zu, wenn für den Deutschen Fußballbund gebaut wird. Umso wichtiger war es, bei dem neuen DFB-Campus in Frankfurt eine gelassene Sach – lichkeit zutage treten zu lassen. Anders wäre die Vielzahl von Funktionen niemals in einem Bauwerk vereinbar gewesen. kadawittfeldarchitektur ist dies gelungen, das multifunktionale Gebäude strahlt zeitlose Sachlichkeit und Ästhetik aus. Alles andere als sachlich und nüchtern kann das Bauen für die eigenen Eltern sein, noch dazu, wenn ein Elternteil selbst Architektur studiert hat. Schon der Großvater war Architekt, einige Onkel sind es, und so gibt es viele, die mitreden könnten bei der Pla – nung eines Ferienhauses. Das Ergebnis zeigt etwas anderes: ein klar strukturiertes, selbsterklärendes Raumprogramm mit optimaler Ausnutzung der begrenzten Fläche und eine Fassade, die das Innen mit dem Außen mehr verbindet als trennt, so plante und baute Malte Sunder-Plassmann. Im Portfolio von Bez + Kock Architekten finden sich überdurchschnittlich viele Bil – dungsbauten, die Architektinnen und Architekten aus Stuttgart können diese Bauauf – gabe gut. Der Neubau der Hildburgschule in Rinteln, einer Stadt in Niedersachsen, be – legt, dass der sachliche Austausch zwischen Schulleitung und Architekten eine nach – haltige Lösung hervorbringen kann. Die Schule fügt sich aus verschiedenen Lernhäusern zusammen, ausgeführt als demontierbarer Holzbau, dessen Struktur und Bauteile deutlich sichtbar sind.
Boris Schade-Bünsow, Chefredakteur Bauwelt